Lehrstuhl für Islamisch-Religiöse Studien mit Schwerpunkt Textwissenschaft und Normenlehre beim 35. Deutschen Orientalistentag (DOT)

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Vom 8. bis 12. September 2025 fand an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) der 35. Deutsche Orientalistentag (DOT) statt. Der Lehrstuhl für Islamisch-Religiöse Studien mit Schwerpunkt Textwissenschaft und Normenlehre des Departments Islamisch-Religiöse Studien (DIRS) war mit einem Panel zum Thema „Moderne“ vertreten, das von Prof. Dr. Mohammed Nekroumi, Derya Buğur, M.A., und Imane El Guennouni, M.A. geleitet wurde.

Das Panel vereinte neun Vorträge internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit verschiedenen Facetten islamischer Moderne, Rationalität und Identität auseinandersetzten. Die Beiträge reichten von historischen bis hin zu gegenwartsbezogenen Perspektiven und eröffneten ein breites Spektrum islamwissenschaftlicher Ansätze und Fragestellungen.

Prof. Fruma Zachs (University of Haifa, Israel) sprach über Rationalization of Fear: The Discourse of Superstition among Nahdawi IntellectualsProf. Dr. Yitzhak Reiter (Al-Qasemi College, Israel) präsentierte Contemporary Interpretations of Ṣul al-udaybiya, während Prof. Florian Zemmin (Germany) in Arab contributions to global social theory: presenting a new research project funded by the Einstein Foundation Berlin Einblicke in ein aktuelles Forschungsprojekt gab.

Dr. David Jordan (Ruhr-Universität Bochum, Germany) referierte über The Bureaucratization and Tribalization of the Prophet’s Kin in Baʿthist Iraq (Sharifism in Modernity II)Derya Buğur (FAU Erlangen-Nürnberg) behandelte in Erdoğans Osmanische Vision: Identitätspolitik und Westkritik aktuelle politische Diskurse in der Türkei. Hanna Schrodt (Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies) analysierte in Religion as a factor in development cooperation in Arab countries. Analysis of Arabic academic discoursesdie Rolle von Religion in arabischen Gesellschaften.

Dr. Muhammad Alahmari (Forum for Arab and International Relations, Qatar) untersuchte in The Concept of Identity in the Thought of Ibn Taymiyyah (1263–1328) and Samuel Huntington (1927–2008) vergleichende Identitätskonzepte. Den Abschluss bildete der Vortrag von Prof. Dr. Mohammed Nekroumi (FAU Erlangen-Nürnberg, Germany) mit dem Titel Islamische Ethik zwischen Vernunftkategorien der Spätantike und der glaubenden Erkenntnis der Moraltheologie, in dem zentralen Fragen islamischer Moralphilosophie reflektiert wurden.

Zudem war der Lehrstuhl für Islamisch-Religiöse Studien mit Schwerpunkt Reformdiskurse im gegenwärtigen Islam im Panel „Herrschaft“, geleitet von Prof. Abbas Poya, vertreten. Imane El Guennouni (FAU Erlangen-Nürnberg, Germany) hielt dort ihren Vortrag zu  Islamische Herrschaftskonzepte: Eine Analyse der Thesen al-Māwardīs und ihre Relevanz für gegenwärtige Diskurse.

Das Panel „Moderne“ bot einen facettenreichen Einblick in gegenwärtige Forschungsdiskurse zur Moderne in islamischen Kontexten und förderte den interdisziplinären Austausch zwischen internationalen Forscherinnen und Forschern. Zugleich verdeutlichte die Mitwirkung des Lehrstuhls die aktive Rolle des DIRS in der internationalen islamwissenschaftlichen Forschungslandschaft und im wissenschaftlichen Dialog über Religion, Vernunft und gesellschaftlichen Wandel.